Im September 1988 waren wir in Tunesien in der Oase Zarzis. Im Reiseprogramm erwartete uns eine Wüsten Safari mit Landrovern. Immer 9 Touristen und der einheimische Fahrer. Eng war es, robust war es, heiß war es. Die Mitfahrer waren jung und gut drauf, auch mit dem Mundwerk. Der Tunesier sprach und verstand unser Deutsch und ließ eine Kassette mit seiner arabischen Folklore laufen. Für unsere ungeübten Ohren sehr gewöhnungsbedürftig. Einer der jungen Burschen traute sich und fragte den Fahrer: „Haste auch europäische Sachen auf deiner Kassette?“ Hatte er! Den Bolero von Ravel. Und die Piste wurde immer schlechter und der Bolero nahm kein Ende. Und wir flogen auf unseren Sitzen umher. Da meldete sich unser „Retter“ wieder: „Wenn du mit deiner Musik besser fahren kannst, mach den blöden Bolero bitte wieder aus!“ Großes Gelächter! Auch der Fahrer griente sich in den Bart.
Zu Hause und seit etlichen Jahren hören wir tagsüber das Klassik Radio. Und da kommt mit konstanter Regelmäßigkeit Mozarts Kleine Nachtmusik, Beethovens 5., Smetanas Moldau, Händels Feurwerksmusik und, und, und… und eben der Bolero von Ravel. Ich drehe ihn dann leiser und sitze in der Tunesischen Wüste im Landrover.
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