Mittagspause

Solange Ingrid noch zu Hause und die Kinder noch klein waren, kam ich mittags zum Essen.
Im Winter scheint die Sonne, wenn sie denn scheint, zur Mittagszeit in das Wohnzimmer. Sie bildet auf dem Teppich ein Rechteck, so groß, daß ich mich satt und müde darauf lang machen konnte.
Dieser warme Platz hatte es auch jedesmal Mareile angetan.
Kaum war ich eingeschlafen, kam sie angekrabbelt, legte sich auf meinen Bauch, steckte den Daumen in den Mund und nuckelte nach Leibeskräften. Mit dem Schlafen war es dann für mich vorbei, mußte ich doch meinen Atemrhythmus ihrem Hecheln anpassen, um sie nicht von mir herunter rutschen zu lassen.
Viel zu schnell war dann die kurze Mittagspause vorbei.
Inzwischen ist eine Wiederholung nicht mehr möglich. Erstens nuckelt Mareile nicht mehr, zweitens wäre sie mir zu schwer und drittens, viertens und so fort, wohnt sie in Ahrensburg und ich bin längst Rentner.

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About meinkerbholz

ein oller Rentner, der sich darüber freut, wenn sein Geschreibe hier gelesen wird.
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2 Responses to Mittagspause

  1. Mareile Recksiek sagt:

    …oh ja, so eine Mittagspause wünsche ich mir auch zurück. Aber erstens verdankte ich dem Daumenlutschen später eine Zahnspange, und zweitens ist der Weg nach Hause jetzt soooo weit.
    Eine schöne Geschichte, an die ich mich noch ganz verschwommen erinnern kann!

    Liebe Grüße,
    von Mareile

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