Der Militärmantel

In meiner Erinnerung hatten wir, solange wir in der Plattensiedlung wohnten, immer bitter kalte Winter. Die Fenster in unserem Schlafraum waren auch tagsüber hochgefroren. Der Raum war durch einen „Vorhang“ vom Wohnraum (Omas Schlaf- und vor allem Rauchzimmer) getrennt und wurde nicht beheizt.
Unsere Mutter legte uns, bevor sie Schlafen ging, zusätzlich Mäntel über das Bettdeck.
Ich bekam immer den von meinem Vater. Es war ein Wehrmachtsmantel. Die Achselklappen waren abgetrennt. Er war umgefärbt worden, dunkelbraun und ich rieche ihn heute noch:
Er roch nach der Umfärbung, nach selbstgemachtem Pfeifentabak und nach dem Mief der Autobusse mit denen mein Vater morgens um fünf Uhr zur Arbeit nach Hamburg in den Hafen fuhr.
Also, der Mantel roch nicht gut… am Hals konnte ich ihn nicht ertragen, weil er war so rauh und stachelig… doch gewärmt hat er mich wundervoll!

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About meinkerbholz

ein oller Rentner, der sich darüber freut, wenn sein Geschreibe hier gelesen wird.
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3 Responses to Der Militärmantel

  1. carinafoto sagt:

    …..ja, ich erinnere mich auch an die Eisblumen auf der Tapete neben meinem Bett 😉
    lg karin

  2. bilderbuch sagt:

    Kälte im Kinderzimmer, wir bekamen in Molton eingewickelte Ziegelsteine mit ins Bett, die vorher in der Backröhre erwärmt worden sind, obwohl ich noch jünger bin … die Geschichten gefallen mir und ich werde die Seite mit meiner verlinken.

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